Kokons als Schutzräume für Natur und Mensch

Cismar. Übergroße Fruchtkapseln, Hüllen und Samenstände aus unterschiedlichen Materialien, schwebende Gestalten – die Objekte und Bilder der aus dem Fränkischen stammenden Künstlerin Anja Schlereth verwandeln Räume in beinahe unwirklich-organische Landschaften. Ein Teil dieser Arbeiten ist ab dem 14. August bis zum 31. Oktober unter dem Titel „Cocooning – ...und draußen die Welt“ im Kunstraum Remise im Kloster Cismar zu sehen.

„Cocooning Kapsel mit Grün“ ist eines der Ausstellungsstücke in Cismar. Foto: Anja Schlereth 2

Die Vernissage zur vom Kirchenkreis Ostholstein unterstützten Schau findet am Freitag, 14. August um 19.30 Uhr statt.

„Einige dieser Kokons scheinen noch mitten im Prozess der Öffnung zu sein, genau so, also wollten sie sich weiter öffnen oder als würden sie daran gehindert“, beschreibt Künstlerin Sabine Ebel-Urbanyi, die die Remise gemeinsam mit Dorothea Jöllenbeck betreibt, die Arbeiten der Kollegin aus dem Süddeutschen. „Filigrane, schwebende Papierfiguren nehmen die Betrachtenden mit auf eine Reise in die Leichtigkeit der Lüfte“, so sieht Anja Schlereth selbst ihre Werke. Die Ästhetik und Vielfalt natürlicher Hüllen und Schutzmäntel fasziniert sie seit langem. „Es ist nicht nur die Schönheit, sondern vor allem der geniale Aufbau der Strukturen, der mich anspricht und deren Funktion ich mich haptisch zu nähern versuche“, sagt sie. Ihre Werke werfen Fragen des Bewahrens und Beschützens auf, die im Kontrast zur Offenheit und Fragilität der Gebilde stehen – und somit zum Sinnbild gesellschaftlicher Fragen werden: Wie viel Schutzraum und Geborgenheit braucht ein Mensch, um in einer hochkomplexen und von Krisen geschüttelten Welt bestehen zu können?

Erweitert wird die Werkschau, die mittwochs bis sonntags in der Zeit von 12 bis 16 Uhr zu sehen ist (außer vom 28. bis 30. August), durch lyrische Beiträge von Sabine Ebel-Urbanyi. Der Eintritt zur Remise ist kostenlos, doch Spenden sind hochwillkommen.

Geschrieben am:

5. August 2026