Ansgarkreuz für Marita Bergeest und Beate Ruge
Cismar. Marita Bergeest und Beate Ruge aus der Kirchengemeinde Cismar sind mit dem Ansgarkreuz der Nordkirche ausgezeichnet worden. Damit wird ihr großer ehrenamtlicher Einsatz für die Kirchengemeinde mit den Standorten Cismar und Kellenhusen gewürdigt. „Es ist ein Dankzeichen unserer Kirche, benannt nach dem heiligen Ansgar, dem Missionar des Nordens, für treue Mitarbeit im Auftrag der Kirche und für das öffentliche Eintreten für den christlichen Glauben“, sagte Propst Dirk Süssenbach, der die Verleihung im Gottesdienst am Sonntag im Rahmen des Klosterfestes vornahm.

Zuvor hatte Pastor Burkhard Kiersch in seiner Predigt die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements betont und zugleich darauf verwiesen, dass sowohl den Haupt- wie auch den Ehrenamtlichen bei weniger zur Verfügung stehendem Geld und wachsenden Aufgaben „schon mal die Luft ausgehen“ könne. „Kirche ist auf Ehrenamtliche angewiesen, in Zeiten knapper werdender Kassen allemal. In Zeiten des Personalmangels auf allen Ebenen geht ohne ehrenamtlich engagierte Menschen nichts“, sagte er und verwies auf das Vorbild des Jeremia aus dem Alten Testament. „Gott höchstpersönlich macht ihn zu seinem ‚Ehrenamtlichen’“, so Kiersch. Mit Blick auf Marita Bergeest und Beate Ruge sagte er, sie hätten „viele Jahrzehnte ehrenamtlich großartige Arbeit geleistet“.
Propst Süssenbach würdigte Marita Bergeest, die seit 51 Jahren eng mit der Kirchengemeinde Cismar verbunden ist, ab 1976 beim Aufbau des Kindergartens half und dort ab 1983 als „Mädchen für alles“ tätig war. Kindergottesdienste, Krippenspiele – ohne Marita Bergeest, hätten sie so nicht stattfinden können. Seit 1993 sei sie als Klosterführerin tätig, wobei sie damit zu Ende Oktober aufhören will. „Dass ihnen die Zukunft der Klosterführungen aber nicht egal ist, zeigen sie damit, dass sie eine potenzielle Nachfolgerin bereits anlernen“, sagte Süssenbach. Erste Ansprechpartnerin für alle kirchlichen Nutzungen der Klosterkirche, das tägliche Öffnen und Schließen, die Vorbereitung der Amtshandlungen und Konzerte und vor allem die Vertretung für den langfristig erkrankten Küster belegten, „dass sie der gute Geist der Klosterkirche sind“, sagte der Propst.
Das Wirken von Beate Ruge kommt seit 46 Jahren vor allem dem Standort Kellenhusen zugute. Dort übernahm sie 1980 die Leitung der Kindergottesdienste, kümmerte sich um die Faschingsfeste mit den Kindern und übernahm vertretungsweise Küsterdienste, bis sie selbst zur hauptamtlichen Küsterin wurde. Seit 36 Jahren leitet Beate Ruge den Frauenkreis, engagiert sich für eine Plattdeutsch-Gruppe und setzte sich ab 2007 sehr für die inzwischen eingestellte Partnerschaftsarbeit mit der tansanischen Gemeinde in Kigala ein, indem sie Kleidermärkte mit Spenden von Kaufleuten veranstaltete. Dafür kamen verschiedene musikalische Angebote und ein regelmäßiger Yoga-Abend dazu. „Sie, liebe Frau Ruge, haben durch ihre Gruppen wesentlichen Anteil daran, dass das Gemeindehaus in Kellenhusen zu einem Ort der Gemeinschaft für viele geworden ist“, so Dirk Süssenbach, der auch auf ihr langjähriges Engagement im Kirchengemeinderat verwies.
Das Ansgarkreuz ist nach der Bugenhagenmedaille die wichtigste von der Kirchenleitung gestiftete Auszeichnung der Nordkirche. Sie wird auf Vorschlag des jeweiligen Kirchengemeinderats im Kirchenkreisrat beraten und bei der Kirchenleitung beantragt, die dann wiederum über die Verleihung entscheidet.
Geschrieben am:
9. August 2026

