Es handelt sich um acht „Gebete und Gedichte“ aus der Feder von Carola Moosbach. 1957 in Detmold geboren, erlitt sie als Kind sexuellen Missbrauch in ihrer Familie, was ihr ganzes Leben prägte. „Feministin und Christin, Autorin und Überlebende sexueller Gewalt in der Kindheit – das alles gehört zu mir“, schrieb die als Juristin arbeitende Frau einmal. Moosbach verfasste mehrere Bücher, wobei die Gedichte der Ausstellung aus dem 2021 erschienenen Band „Ins leuchtende Du. Aufstandsgebete und Gottespoesie“ übernommen wurden.
Organisiert wird die in mehreren Kirchenkreisen gezeigte Ausstellung durch deren Präventionsbeauftragte und die Stabsstelle Prävention der Nordkirche, die sich der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt in der Kirche widmen. „Auch in der Kirche gibt es immer wieder Fälle sexueller Gewalt. Sich als Institution dieser Verantwortung zu stellen, beinhaltet unter anderem, immer wieder diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die dieses Leid erfahren haben“, erläutert Astrid Faehling vom Frauenwerk. Die Theologin hat gemeinsam mit der Präventionsbeauftragten des Kirchenkreises, Katrin Irmer, ergänzend ein Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt.
So wird sich der Gottesdienst am Sonntag, 15. November um 10.30 Uhr in St. Michaelis inhaltlich mit seelischer und sexualisierter Gewalt beschäftigen, von der überproportional Frauen betroffen sind. Der Gottesdienst wird von Pröpstin Christine Halisch und Astrid Faehling gestaltet.
Am Buß- und Bettag (Mittwoch, 18. November) um 19 Uhr findet in St. Michaelis außerdem eine musikalische Andacht zum Thema statt unter Leitung von Astrid Faehling und mit Musik von Kirchenmusikdirektorin Antje Wissemann.
Am Samstag, 21. November wird die Ausstellung dann um 16 Uhr in der Stadtkirche Neustadt durch Pastorin Sarah Lotzkat und Astrid Faehling eröffnet. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Yuliya Zhyvitsa am Akkordeon und Strahinja Pavlovic an der Klarinette.
Mittwoch, der 25. November ist dann der Tag, an dem in der Stadtkirche in Neustadt die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen zur Sprache kommt. In einer Andacht um 18 Uhr, die inhaltlich von der Neustädter Frauenrunde und musikalisch von Kreiskantorin Lena Sonntag gestaltet wird, stehen Worte von Carola Moosbach im Mittelpunkt und treten in Dialog mit der Frage, inwieweit der Thematik in der Öffentlichkeit Raum gegeben wird – und wie das Schweigen gebrochen werden kann.
Thematisch korrespondiert die Ausstellung mit den von den Vereinten Nationen ausgerufenen sogenannten „Orange Days“. Sie reichen vom „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November bis zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember. 16 Tage lang zeigen Einzelpersonen, Organisationen, Städte und Unternehmen weltweit, dass sie keine Gewalt gegen Frauen tolerieren.