Den Malenter Kurpark
pilgernd entdecken

Bad Malente. Mitten in der Stadt ist der gepflegte Kurpark von Malente ein botanisches Kleinod mit viel altem Baumbestand und schönen Spazierwegen. Und die sind ziemlich ideal für einen Pilgerweg.

v.l.n.r. Horst Grümbel, Malentes Pastorin Andrea Pistor und Tourismuspastorin Gesa Paschen (Foto: KKOH/ Heinen)
Ein erster gemeinsamer „Testlauf“, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, startet am 30. August um 11 Uhr an der Liegehalle im Eingangsbereich des Kurparks. Der Pilgerweg ist zuvor auch Thema des Gottesdienstes um 9.30 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche mit Pastorin Andrea Pistor und Tourismuspastorin Gesa Paschen.
Die beiden haben das vollendet, was noch auf eine Initiative des im Sommer vergangenen Jahres nach Lübeck gewechselten Malenter Pastors Dennis Perdmenges zurückgeht. Der hatte eine Broschüre zum monatlich stattfindenden „Pilgern durch den Schlossgarten“ in Eutin in die Hände bekommen. Einige der daran Beteiligten holte er mit ins Boot, darunter den vor vielen Jahren beim Kirchenkreis für Männer- und Familienarbeit zuständigen Horst Grümbel, der als passionierter Pilger einige Texte für die aktuelle Broschüre selbst verfasst und andere ausgewählt hat. Sie passen zu den elf ausgewählten Orten und Stationen, die sich mit einer Symbolik verknüpfen lassen. Das sind beispielsweise Treppen auf dem Weg oder eine Wiese zwischen Bäumen. „Dort vorne gibt es drei Bäume, die aus einem Stamm herausgewachsen sind, was als Trinität gedeutet werden kann. Oder da sind Wurzeln, die für die Verwurzelung des Menschen stehen“, erläutert Grümbel.
Letztlich sind es Denkanstöße für den etwa einstündigen, knapp  zwei Kilometer langen Rundweg. „Wenn man sich noch Boule-Kugeln mitnimmt oder Kneippen will, dann kann man natürlich auch den ganzen Nachmittag hier verbringen“, sagt Gesa Paschen lachend.
Durch den Kurpark zu pilgern, heißt, das Areal anders wahrzunehmen und für sich selbst Momente der Besinnung zu finden. Entsprechend richte sich der Pilgerweg sowohl an Kurgäste, Touristen und natürlich auch an Einheimische, ergänzt Pastorin Pistor.
Die Broschüre ist ab 31. August kostenlos in der Kirchengemeinde, beim Kirchenkreis und beim Malenter Tourismusservice gegenüber dem Bahnhof erhältlich. Ob sich, wie in Eutin, ein regelmäßiger geführter Pilgerweg etablieren lässt, ist noch offen und von einem möglichen ehrenamtlichen Engagement und der Resonanz auf das Angebot abhängig. Was sich leider nicht ändern lässt, ist die der Topografie des Kurparks geschuldete nicht vorhandene Barrierefreiheit – wenngleich sich ein verkürzter Weg auch mit Rollstuhl oder Rollator absolvieren lässt.

Geschrieben am:

22. August 2026