Synode berät Aufstellung
für die Zukunft

Eutin/Neustadt. Bei der kommenden Synode, die am Samstag, 29. August im Kreishaus in Eutin stattfinden wird, werden die 66 Synodalen über wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Kirchenkreises Ostholstein zu beraten haben. Grundlage ist eine Beschlussvorlage des Kirchenkreisrates, der strukturelle Änderungen bis 2035 vorsieht.

Abstimmung auf der Synode. (Foto: KKOH/Heinen)
Unter anderem wird die Einsetzung einer zehnköpfigen Arbeitsgruppe vorgeschlagen, der neben sieben Verantwortlichen und Fachleuten aus der Kirchenverwaltung mindestens drei Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden bzw. der Synode angehören sollen. Die Arbeitsgruppe soll vor allem Handlungsempfehlungen erarbeiten und hierfür auch den Austausch mit interessierten Kirchengemeinderatsmitgliedern suchen. Außerdem werden verschiedene Prüfaufträge formuliert, die die Senkung von Kosten und effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen zum Ziel haben.
Ausgangspunkt sind die inzwischen auf den vergangenen Synoden immer wieder angesprochenen erwarteten negativen Entwicklungen bei den Kirchenmitgliedszahlen, den Kirchensteuereinnahmen und dem künftig zur Verfügung stehenden Pfarrpersonal, was auch in der Beschlussvorlage skizziert wird.
So verliert der Kirchenkreis – ganz im Bundestrend – jedes Jahr etwa 2500 bis 3000 Mitglieder durch die demografische Entwicklung und Kirchenaustritte. Das entspricht etwa der Größe einer Kirchengemeinde und zugleich so vielen Menschen, wie für eine Pastorenstelle vorgesehen ist. Konkret: Von knapp 101.000 Kirchenmitgliedern in Ostholstein im Jahr 2020 hat sich die Zahl auf knapp 87.000 im Jahr 2025 reduziert. Zugleich wird mit einer Halbierung des zur Verfügung stehenden Pfarrpersonals bis 2035 gerechnet.
Was die Ausgaben angeht, würden der Bestandsaufnahme nach selbst größte Sparanstrengungen innerhalb der bestehenden Strukturen nicht mehr ausreichen, um alle Leistungen und Angebote wie bisher aufrechterhalten zu können. Unter Bezug auf eine von der Nordkirche in Auftrag gegebene Modellrechnung heißt es in der Beschlussvorlage wörtlich: „Als Ergebnis der Modellierung reduzieren sich die zur Verfügung stehenden Mittel bis 2060 auf 21 Prozent der heutigen Kaufkraft.“
Größte Kostentreiber sind der Unterhalt für die über 300 Gebäude im Kirchenkreis, von denen zahlreiche energetisch ertüchtigt werden müssten, sowie die steigenden Personalkosten. Letztere machen den Löwenanteil an dem mit knapp 15,9 Millionen Euro geplanten Haushalt für 2026 (Plan 2027: 16,1 Millionen) aus.
„Die bisherigen Maßnahmen (z.B. die Errichtung von Pfarrsprengeln) erweisen sich bei Weitem als nicht ausreichend, um diese Veränderungen zu bewältigen“, heißt es in der Vorlage. Vielmehr müsse „der Kirchenkreis mit den Kirchengemeinden und seiner Verwaltung so aufgestellt werden, dass er in weiteren, künftigen Veränderungen insgesamt agil, resilient und handlungsfähig wird und bleibt.“
Der Zeitplan sieht vor, im ersten Halbjahr 2027 eine erste zu diskutierende Konzeption vorzulegen, die auf der nächsten Sommersynode beraten werden soll. Auf dieser Grundlage, so der Plan, werden dann der nächste Doppelhaushalt und die mittelfristige Finanzplanung bis 2035 zu beraten sein. Im Sommer 2028 hätten die Synodalen schließlich über entsprechende Umsetzungs- und Satzungsbeschlüsse zu entscheiden.
In einer weiteren Beschlussvorlage wird für die Koordinierung dieses ambitionierten Transformationsprozesses die Schaffung einer befristeten Projektleitungsstelle vorgeschlagen.

Geschrieben am:

19. August 2026