Ostergottesdienst in Süsel war auch eine Dankesfeier

Süsel. Das wichtigste christliche Fest des Kirchenjahres, die Auferstehung Jesu Christi, konnte die Kirchengemeinde Süsel am Ostersonntag in ihrer nun fertig sanierten Kirche feiern.

Gehörten zur Feiergemeinde (v.li.): Pastorin Kristina Warnemünde, Jugendiakonin Carolin Vehres, Pastor Matthias Hieber, Präses Dr. Peter Wendt, Pröpstin Christine Halisch und der frühere Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Foto: KKOH/Heinen

Sie gehört zu den ältesten Kirchen in Ostholstein und ist eine der Vicelinkirchen, die auf den gleichnamigen Oldenburger Bischof zurückgehen. St. Laurentius in Süsel, die im 12. Jahrhundert gebaut wurde, ist wie kaum eine andere Kirche bedeutsam für das christlich-kulturelle Erbe der ganzen Region. Doch die Jahrhunderte waren nicht spurlos an ihr vorübergegangen, wie die Gemeinde vor einigen Jahren feststellen musste. Doch nun hat es erst einmal ein Ende mit der Jagd auf Holzwürmer, dem kaputten Dach und dem wackeligen Turm, den Ausbesserungen und den Baugerüsten: Deshalb feierten die vielen Menschen am Ostersonntag die Auferstehung Christi in der Feldsteinkirche vielleicht dieses Mal ein bisschen frohgemuter als in den vergangenen Jahren seit Beginn der Arbeiten. Bereits ab 2017 war mit den Planungen begonnen worden.

„Wie wertvoll sind sie uns, diese alten Steine“, sagte Pastor Matthias Hieber, der gemeinsam mit Pastorin Kristina Warnemünde im Dialog predigte. Sie hielt fest: „Wir brauchen dieses alte Gemäuer mit seinem Turm, mit seinen Glocken, der Orgel, dem Taufbecken, dem Taufengel, dem Kruzifix über dem Altar. Denn all diese Dinge, genau wie die alten Steine um uns herum, erzählen von den Menschen vor uns, denen dieses alles so viel bedeutete, denen dies alles heilig war.“

Ob der Mittagsglockenschlag, die Bank, die zur Rast einlädt, oder die Kühle des Gemäuers an heißen Sommertagen: St. Laurentius ist nicht nur das Wahrzeichen von Süsel, sondern ein Ort der Ruhe und des Innehaltens.

Deshalb waren viele Menschen bereit, sich für ihre Kirche zu engagieren, eine jede, ein jeder nach seinen Möglichkeiten. Allein der Förderverein, der immer wieder zu Benefizkonzerten einlud, hat über 100 Mitglieder und konnte durch Mitgliedsbeiträge und Spenden 100.000 Euro beisteuern. Mehr als die Hälfte davon floss in die ebenfalls angegangene Grundüberholung der wertvollen Marcussen-Orgel. Wobei das Erschrecken zunächst groß gewesen war, als bei der Planung von 2,2 Millionen Euro Sanierungskosten die Rede war. Nun sind es etwa 270.000 Euro mehr geworden, was angesichts der allgemeinen Teuerungsraten nicht verwundert.

Bei einer solchen Summe wäre die Gemeinde allein überfordert gewesen und hätte verzagen können. Doch glücklicherweise wurde die Hälfte der ursprünglich geplanten Kosten aus einem Sonderprogramm des Bundes übernommen. Die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und der zuletzt nicht mehr kandidierende Ingo Gädechens (CDU) hatten sich für die Steuermittel in Berlin stark gemacht, sodass das Vorhaben ins Werk gesetzt werden konnte. Weitere 35 Prozent der Kosten hatte der Kirchenkreis Ostholstein übernommen. Während Ingo Gädechens und die für die Südpropstei zuständige Pröpstin Christine Halisch den Gottesdienst mitfeierten, hatte Bettina Hagedorn kurzfristig absagen müssen. Sie wurde bei den Dankesworten am Ende der Predigt jedoch ebenso erwähnt wie alle anderen Beteiligten und Unterstützer, die zum Gelingen beigetragen haben – allen voran natürlich auch die Handwerker und Sachkundigen, die vor und hinter den Kulissen die eigentliche Arbeit erledigten und die Zukunft der Kirche hoffentlich für viele Jahre gesichert haben.

Geschrieben am:

5. April 2026