Ein Trio für kirchenmusikalische Vielfalt

Eutin. Christoph Liedtke ist künftig für Popularmusik im Kirchenkreis zuständig und bildet mit den Kreiskantorinnen Lena Sonntag und Antje Wissemann ein Team.

Das kirchenmusikalische Team des Kirchenkreises (v.li.) Lena Sonntag, Christoph Liedtke, Antje Wissemann. Foto: KKOH/Heinen

Seine beiden Kolleginnen, die Kreiskantorinnen Lena Sonntag und Antje Wissemann, freuen sich auf die Zusammenarbeit: Seit wenigen Wochen ist Christoph Liedtke für den Bereich Popularmusik im Kirchenkreis Ostholstein zuständig. Der 36-jährige gebürtige Eutiner, dessen Hauptinstrument das Schlagzeug ist, wird mit einer Viertelstelle für all diejenigen in den Kirchengemeinden zuständig sein, „die sich für Popularmusik im Bereich Chorleitung, für Singen, Klavierspielen, Gottesdienstformate oder die Arbeit mit Bands in Gemeinden interessieren“, erläutert er.

„Dass wir jetzt als Dreierteam zusammen sind und gemeinsam durchstarten, finde ich super“, so Liedtkes Vorgängerin im Amt, Lena Sonntag, die seit Herbst 2025 mit einer Dreiviertelstelle Kantorin der Kirchengemeinde Neustadt ist. Antje Wissemann, Kantorin der Eutiner Gemeinde, sieht das ebenfalls so: „Ich glaube, dass wir uns mit unseren drei Viertelstellen sehr gut ergänzen, weil wir unterschiedliche Schwerpunkte und Perspektiven haben und uns als Team beraten können, wie wir miteinander Projekte auf den Weg bringen.“ Ob es also um Buxtehude und Bach oder um zeitgenössische Musik in all ihren Facetten geht, das Trio will dies in seiner kirchenmusikalischen Arbeit mit Profis und Laien zu Gehör bringen und weitergeben.

Dazu gehört beispielsweise der sogenannte D-Kurs für Popularmusik, der Interessierte dazu befähigen soll, alleine oder in kleinen Gruppen Gottesdienste musikalisch zu gestalten, eine Band in der Gemeinde zu gründen oder andere Formate zu organisieren. Liedtke wird den voraussichtlich im Herbst beginnenden Kurs für den Bereich Ostholstein organisieren und leiten.

Zum Auftakt plant das Team ein großes gemeinsames Pop-Projekt mit Stimmen aus ganz Ostholstein, mit Orchester und Gastsolisten, das am 16. Juli um 20 Uhr im Herzen von Timmendorfer Strand auf dem Timmendorfer Platz zu hören sein wird. Mit dabei sind der aus vielen norddeutschen Musical-Produktionen bekannte Konstantin Busack und der deutsche Singer-Songwriter Pohlmann. Außerdem musizieren das Symphonische Blasorchester Ratekau und ein von Christoph Liedtke und Lena Sonntag geleiteter Projektchor. Wer da mitmachen möchte, meldet sich am besten ab sofort per E-Mail an cliedtke@kirche-ll.de an. Die Zahl der Plätze ist begrenzt.

Die E-Mail-Adresse weist darauf hin, der neue Kollege ist im Nachbarkirchenkreis Lübeck-Lauenburg bereits seit 2019 mit halber Stelle für die Popularmusik zuständig und bringt entsprechend einige Erfahrung mit. Kirchenmusiker zu werden, das war naturgemäß nicht das, was für den Schlagzeuger ganz oben auf der Berufswahlliste stand. „Ich bin da irgendwie reingerutscht“, erzählt Liedtke. Sein Vorgänger in Lübeck, der inzwischen Referent für Popularmusik auf Nordkirchenebene ist, hatte ihn angesprochen. Liedtke bewarb sich gemeinsam mit einem Kollegen, der wie er selbst freiberuflich musikalisch tätig ist. Auch der wollte nur eine halbe Stelle und brachte ein sich ideal ergänzendes musikalisches Profil mit.

Studiert hat Christoph Liedtke zunächst in Lübeck, wo inhaltlich die Vermittlung von musikalischen Fähigkeiten sowie die künstlerischen Schwerpunkte Drumset, Dirigieren und Ensembleleitung im Vordergrund standen. In Hannover konnte er schließlich 2017 seinen Master in Jazzkomposition und seiner musikalischen Leidenschaft, dem Arrangement, machen. Parallel hat er in einer Coverband gespielt und tut dies noch; darüber hinaus hat Liedtke einen Lehrauftrag an der Kirchenmusikhochschule in Halle.

Das Schlagzeug war und bleibt aber das Instrument, für das der Rhythmus seines Herzens schlägt. Wobei er auch Klavier spielt, was für den Bereich der Ensembleleitung unabdingbar ist. Liedtke nennt das Klavier augenzwinkernd sein „Arbeitsinstrument“ – und das er im Übrigen auch für seine freie Tätigkeit als Arrangeur braucht. Wie er zu Buxtehude und Bach steht? Er lacht. „Ich respektiere das sehr und deswegen halte ich mich davon fern.“ Aber zum Glück sind dafür ja auch noch die beiden Kreiskantorinnen Antje Wissemann und Lena Sonntag da.

Geschrieben am:

21. April 2026