Pastor Volker Schönle: Ein Leben für die Gemeinde Cismar
Neustadt/Niendorf. Als „beliebten und angesehenen Pastor“, als einen Menschen, voller „Zugewandtheit und Ausstrahlung“ beschreibt Propst Dirk Süssenbach Pastor Dr. Volker Artur Schönle, der bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 sein Berufsleben lang in der Kirchengemeinde Cismar wirkte und nun am 19. April nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstorben ist.

32 Jahre versah der gebürtige Rendsburger seinen Dienst in Cismar, Kellenhusen und Riepsdorf. Vielen dürften seine jährlich stattfindenden Seebrücken-Gottesdienste in Kellenhusen in Erinnerung sein, die regelmäßig großen Zuspruch fanden. Als engagierter Christ wirkte Pastor Schönle aber auch als Synodaler des damaligen Kirchenkreises Oldenburg mit, war Mitglied im Kirchenkreisvorstand und war, nach der Fusion zum Kirchenkreis Ostholstein, wieder als Synodaler aktiv.
Wer ihn kannte, denkt vor allem an einen musischen Menschen. Schon als Sechsjähriger nahm Volker Schönle Akkordeon-Unterricht, später kamen noch das Klavier und die Geige dazu. Doch nicht die klassische Musik bewegte sein Herz, sondern die Unterhaltungsmusik, das Singen und Musizieren vor Publikum. Die „klingenden Sommerabende“ zeugten von dieser Leidenschaft und die „Klostermusikanten“ konnten ein Lied davon singen. Bei Schönles Entpflichtung wurde ein leicht ergänztes Wort des Kirchenvaters Augustinus zitiert: „Mensch, lerne Tanzen, Singen, Musizieren, damit die Engel im Himmel mit dir etwas anfangen können.“
Volker Schönle studierte von 1968 bis 1973 Theologie in Göttingen und Kiel und widmete sich dann bis 1980 seiner Promotion zur Redaktionsgeschichte des Matthäus-Evangeliums. Nach seinem Schul-Vikariat, bei dem er seine spätere Frau kennenlernte, wurde Schönle im Dezember 1982 in Bad Segeberg ordiniert. Noch im selben Jahr wurde ihm die Pfarrstelle in Cismar zugewiesen. Es ist alles andere als üblich, dass ein Pastor bis zum Ruhestand auf seiner ersten Stelle bleibt – doch es passte einfach, für die Kirchengemeinde wie auch für den Pastor, der zuletzt mit seiner Frau in Niendorf lebte. Dort fand am Dienstag, 28. April auch die Beerdigung statt.
Geschrieben am:
30. April 2026

