Uwe Morgenroth – ein Leben für den Gewässerschutz
Schönwalde am Bungsberg. Auf Einladung des Freundeskreises Pfarrhof Schönwalde berichtet Uwe Morgenroth am Sonntag, 22. März um 15 Uhr im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Schönwalde (Jahnweg 4) über sein jahrzehntelanges berufliches und ehrenamtliches Engagement im Gewässerschutz.

Dabei steht der nur etwa 14 Kilometer lange Lachsbach, der am Bungsberg entspringt und bei Neustadt in die Ostsee einmündet, im Mittelpunkt des Interesses. Der Eintritt ist kostenlos.
Uwe Morgenroth wurde 1941 in Tilsit/Ostpreußen geboren; nach der Flucht kam er über verschiedene Stationen 1952 im Alter von elf Jahren nach Neustadt. Hier lernte er das Neustädter Binnenwasser und das Mündungsgebiet des Lachsbaches kennen. Er erinnert sich, wie es in seiner Kindheit hier – wie der Name schon sagt – von Meerforellen und Lachsen nur so wimmelte. Man konnte die Fische und Flusskrebse sogar mit der Hand fangen. Durch Begradigungen, Entwässerungen der angrenzenden Flächen sowie massive Nährstoffeinträge aus Verkehr, Industrie, Klärwerken und der Landwirtschaft starben diese Fischarten seit den 1950er Jahren jedoch in relativ kurzer Zeit im Lachsbach aus.
Lachse und Meerforellen sind Wanderfische, die bekanntlich riesige Distanzen zurücklegen, um wenigstens einmal im Leben dort zu laichen, wo sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. Dabei folgen sie ihrem Geruchssinn und ihrem Gedächtnis an den Geruch der Heimatgewässer. Auch Uwe Morgenroth zieht es immer wieder zurück zum Lachsbach. Seit Jahrzehnten folgt er seiner Vision, dieses Gewässer wieder in jenen naturnahen Zustand zu verwandeln, den er als Kind kennengelernt hatte, und in dem der Lebenszyklus der Wanderfische einfach dazugehört.
Nach einer Lehre zum Straßenbauer absolvierte Morgenroth in Hamburg ein Studium zum Bauingenieur mit Schwerpunkt Gewässerausbau.1973 begründete er eine eigene Firma für Straßen- und Tiefbau in Berlin, die er bis 2000 führte. Hier war er u.a. für die Berliner Wasserwerke in den Bereichen Abwasser, Trinkwasser und Klärwerkbau tätig. Trotz voller beruflicher Auslastung engagierte sich Uwe Morgenroth an den Wochenenden stets ehrenamtlich mit Expertise, Elan und Ausdauer in vielen Projekten des Gewässerschutzes in Berlin, Brandenburg und auch Ostholstein. Zunehmend wurde er von NABU, BUND und anderen Akteuren des Naturschutzes angefragt und brachte bei etlichen Projekten auch technische Ressourcen seiner Firma ein. 1986 rief er die Arbeitsgemeinschaft „zur Wiedereinbürgerung und Bestandserhaltung vom Aussterben bedrohter Fischarten, Neunaugen und Edelkrebsen in Bächen des Ostholsteiner Hügellandes“ ins Leben, aus der später der „Förderverein für Gewässerpflege-, Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen an Fließgewässern e. V.“ hervorging. Die Zahl seiner Projekte für den Gewässerschutz in verschiedenen Bundesländern ist kaum zu überblicken.
Am Internationalen Tag des Wassers wird Uwe Morgenroth in Schönwalde am Beispiel des Lachsbaches zeigen, wie langwierig, aber auch wie lohnend es sein kann, sich einer ökologischen Utopie zu verschreiben. Die Entwicklung des Lachsbachs ist ein Leuchtturmprojekt seines Fördervereins für Gewässerpflege. Eine ganze Reihe von Wiederherstellungsprozessen konnten im Benehmen mit den Wasserbehörden des Kreises initiiert werden. Der atlantische Lachs, die Meerforelle und der Ostseeschnäpel wurden für den Lachsbach wieder zurückgewonnen. Aber noch ist der durchgehende „gute ökologische Zustand“ des Lachsbachs, wie von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vorgeschrieben, längst nicht erreicht.
Text: Pastor i.R. Dr. Arnd Heling; Foto: privat
Geschrieben am:
13. März 2026

