Aus Einsicht, dass sich etwas ändern muss

Die Gemeinden auf Fehmarn feiern die Gründung eines Pfarrsprengels.

Die Kirchengemeinden von Bannesdorf, Burg, Petersdorf und Landkirchen haben am Sonntag im Beisein von Propst Dirk Süssenbach offiziell die Gründung eines Pfarrsprengels für die Insel Fehmarn gefeiert, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. Zahlreiche Gläubige aus allen Gemeinden nahmen an dem Gottesdienst in Sankt Petri in Landkirchen teil, außerdem waren Gäste aus der katholischen Pfarrei und der muslimischen Gemeinde gekommen. „Gott, wir bitten dich, dass unser Ringen in unserem Pfarrsprengel Fehmarn zu guter und erfolgreicher Zusammenarbeit, zu Vertrauen und guten, reich und nachhaltigen Früchten für die Menschen werden kann“, so Pastor Noel-Hendrik Klentze in einer der Fürbitten. In der in vier Abschnitte geteilten Predigt von Pastor Bertold Kark-Carlson, Pastorin Dr. Susanne Platzhoff, Pastor Klentze und Pastorin Bettina Axt wurde deutlich, dass die Gemeinden sich auf einen Weg begeben, auf dem sie noch miteinander zusammenwachsen müssen. „Dabei weiß ich: Wir sind noch ganz am Anfang, die ersten Schritte aber sind getan. Die Bildung des Pfarrsprengels bietet eine gute Grundlage für unseren Weg“, sagte Pastor Kark-Carlson, der Ende März aus dem Amt scheidet und mit dessen Weggang es dann nur noch drei Pastorenstellen auf der Insel geben wird. Der Pfarrsprengel erlaubt es künftig den beteiligten Pastorinnen und Pastoren, überall auf Fehmarn Taufen, Trauungen und Beerdigungen vorzunehmen und an allen Standorten Gottesdienste zu feiern.

„Geben wir es zu, ein Sprengel ist für viele, jedenfalls jetzt am Anfang, keine Herzensangelegenheit. Es ist, um mit einem Bild zu sprechen, keine Liebesheirat, bestenfalls eine Vernunftehe; ein Beschluss aus Einsicht, dass sich etwas ändern muss. Die Kirche hat weniger Geld und vor allem zu wenige Pastorinnen und Pastoren“, so Pastorin Platzhoff. An einem Kernpunkt werde sich aber ganz bestimmt nichts ändern, hielt sie fest: „Wir werden als Kirche für die Menschen da sein, an Höhe- und Tiefpunkten in ihrem Leben, beim Trauern und beim Feiern, bei der Suche nach Halt und nach Sinn und nach Hilfe in ganz praktischen Lebensfragen.“

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch den Posaunenchor von Sankt Petri sowie die Kirchenband um Eckhard Kretschmer.

Geschrieben am:

15. Januar 2024

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